Medienecho

Basler Zeitung | 15.4.2011 | Eine «affaire de coeur»

Bankier Georg Krayer erklärt, weshalb er das «Dalbeneck» erworben hat

Hier die Traditionsbeiz in der Dalbe, dort der Bankier mit seiner Affinität zum alten Basel: Georg Krayer und sein Engagement im «St.-Alban- Eck» muss Liebe auf den ersten Blick gewesen sein.
Georg Krayer (67) ist ein Mann, der über viel Erfahrung im Umgang mit Medien verfügt. Als Bankier und langjähriger Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung hielten ihm die Journalisten immer wieder mal Mikrofone vor die Nase. Insbesondere bei den Verhandlungen um die nachrichtenlosen Vermögen stand Krayer im Mittelpunkt des Interesses, weit über die Landesgrenzen hinaus. Und nun sitzt er im kleinen Dachzimmer des «St.-Alban- Eck» und scheint doch ein klein bisschen nervös. Denn der Journalist will für einmal nichts über sein Fachgebiet – das Bankengeschäft – wissen, sondern ihn zu seiner neuesten Akquisition befragen: Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass Krayer das Restaurant St.- Alban-Eck erworben hatte (die BaZ berichtete). Warum kauft ein Bankier ein Wirtshaus? Die leichte Nervosität des Befragten legt sich sehr rasch. Er hat ja auch eine Handvoll guter Gründe, weshalb er sich zu diesem Schritt entschlossen hat. Naheligend ist seine Liebe zum «Dalbeneck», wie es sich heute präsentiert. Er kennt es als Gast. Nachvollziehbar ist auch seine Liebe zur noblen und historisch intakten St.-Alban-Vorstadt, wo er selbst wohnt und «wo man sich noch kennt».

Erinnerungen. Was den Kauf vollends zur «affaire de coeur» (Krayer), also zu einer Herzensangelegenheit macht, liegt in der Geschichte seiner Familie begründet und geht weit zurück. Zunächst kommen einmal Kindheitserinnerungen hoch: «Über dem Bett meiner Grossmutter hing das Bild des ‹Drei-Könige›-Wirts zu Zeiten Napoleons», sagt Krayer. Dieser Wirt war einer seiner Vorfahren mütterlicherseits. Den kleinen Georg hat es damals schwer beeindruckt – und tut es offensichtlich noch heute –, dass sein Urahne einst den grossen französischen Herrscher im «Trois Rois» bewirten durfte.
Es ist im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte nicht bei diesem einen wirtenden Vorfahren geblieben. Sie waren wohl weniger prominent als Napoleon, die Gäste des «Stadthofs», aber sie liessen sich von den Lindenmeyers, Vorfahren mütterlicherseits von Georg Krayer, dort am zentralen «Seibi» sicher ebenso gern bewirten.
Krayers Entschluss, das «Dalbeneck» zu kaufen, fusst aber nicht nur auf genealogischen Verbindungen zum Wirteberuf. Eine gute Portion Nostalgie war sicher auch dabei. Erzählt Krayer von seiner Zeit als Schnitzelbänggler in den Sechzigerjahren, so fällt ihm gleich ein halbes Dutzend traditioneller Restaurants und Beizen ein, die damals beliebte Treffpunkte waren: Die «Merkurstube », das «Balance», die «Alte Bayrische», das «Dufour», die «Holbeinstube», die «Börse ». Namen, mit denen jüngere Generationen kaum mehr etwas anfangen können. Es gibt wohl kaum ein Gebiet, in dem die Stadt ihr mittelalterliches Gesicht in so hohem Mass verloren hat wie im Geviert rund um die Aeschenvorstadt.

Im Ungewissen. Das «St.-Alban- Eck» liegt, grosszügig gerechnet, noch in diesem Perimeter. Und es ist noch da. Ebenso wie Wirt Andreas Plüss, der das Lokal seit mehr als zehn Jahren führt. Es ist Plüss deutlich anzumerken, wie froh und glücklich er über die Lösung Krayer ist. Eine Zeit lang schwebten er und sein Personal im Ungewissen darüber, wie es mit dem Lokal weitergehen würde. Ende des vergangenen Jahres war der Vorbesitzer, der Historiker und ehemalige Personalchef der Sandoz, Marc Sieber, überraschend verstorben. «Ich war aber jederzeit überzeugt davon, dass das Basler Phänomen des einander Helfens auch hier zum Tragen kommen würde», sagt Andreas Plüss.
Nun ist Georg Krayer da. Und mit ihm auch die klare Aufgabentrennung, wie sie in anderen Wirtschaftszweigen üblich ist: Hier der Eigentümer (Krayer), dort der CEO (Plüss). «Eines ist klar», sagt Georg Krayer mit Nachdruck: «Es ist die Beiz von Andreas Plüss.» Will heissen: Er rede dem Wirt nicht ins Konzept. Beim «Dalbeneck » erwarte man hoch stehende, feine saisonale Küche. «Genussessen» sei angesagt, nicht schnelle Verpflegung. Und Solidität, Beständigkeit: «Wechselten wir ständig das Konzept, würden wir zum Chamäleon- Restaurant. Das kann es nicht sein», sagt Krayer.
Und zum Schluss des Gesprächs will Bankier Krayer noch etwas betont haben: Mit dem Kauf habe er keine kommerziellen Interessen verbunden. Sagts und geht ins Restaurant hinunter, wo seine Familie bereits in die Speisekarte vertieft ist und auf ihn wartet.

Patrick Marcolli

Basler Zeitung | 7.9.2010

Gilde Risottotag vom Samstag, 4. September 2010

Feiner Duft - Kochen für die MS-Gesellschaft Schweiz

Auf dem Rümelinsplatz roch es am Samstag, 4. September wunderbar nach Risotto. Grund war der 14. Nationale Gilde- Risottotag zugunsten der Schweizerischen Multiple-Sklerose-Gesellschaft.

Organisiert hat den Anlass die regionale Präsidentin der MS-Gesellschaft Beatrice Brändle zusammen mit den Gilde-Betrieben. Diese sind der Gasthof zum Goldenen Sternen, das Restaurant St. Alban-Eck, der Reinacher Gasthof Schlüssel und die Oberwiler Wirtschaft zum Rössli. Christiane Plüss vom «St. Alban-Eck» informierte, der Direktor des Antikenmuseums Peter Blome verkaufte, «Schlüssel»-Wirt Arthur Wälti und der Küchenchef vom «Goldenen Sternen» Jean-Luc Jenny kochten den Risotto. Der Baselbieter Regierungsrat Peter Zwick und der Obmann vom Fasnachts-Comité Christoph Bürgin machten die professionelle Gewürzverfeinerung beim Reisgericht. Thorsten Fink war der Platzstar. Andreas Plüss vom «St. Alban-Eck» erklärte dem «Charming FCB Trainer» die Schöpftechnik; mit sportlicher Leichtigkeit hat er dann rund 600 Portionen geschöpft und an die Passanten verteilt.

Risotto-Gourmets waren Modemacher Raphael Blechschmidt, «Torstübli»-Wirtin Lotti Weber und «Kunsthalle»-Chef Daniel Staffiere mit belle Faten. Susy Stucki betreute die Cüpli-Bar zusammen mit dem Baselbieter Ständerat Claude Janiak und Sandra Tschopp vom «Goldenen Sternen». FCB-Sprecher Josef Zindel, Regionaldirektor UBS Samuel Holzach mit Doris und Architekt Enrico Cantaluppi mit Therese haben auf das Happening angestossen.

Der Kommandant der Kantonspolizei Gerhard Lips bewachte die Festzelt-Kasse. Die Platzwirtin Monika Wälti vom «Schlüssel» wurde unterstützt von Silvia Adler vom «St. Alban-Eck» – und in Höchstgeschwindigkeit bedienten die Basler Ständerätin Anita Fetz und die Marketingleiterin von «Telebasel» Diana Bevilacqua die zahlreichen Gäste.

Es haben Platz genommen: Pia Inderbitzin und Adrian Kunz vom Fasnachts-Comité, Lori Imhof von der Alfred Imhof AG, Akad-Schulleiterin Marianne Schäfer, Direktor von Rümelin La Mode Kurt Wespi mit Vreni und Gregor Muntwiler von der Galerie Eulenspiegel. Der Anlass brachte mehr als 10 000 Franken ein.

Basler Zeitung | 4.5.2010

Kochmützen
Frühlingsdiner «Chaîne des Rôtisseurs»

Wer wegen Küchenbrand unverhofft zu Schliesstagen kommt wie Andreas Plüss, ist gut beraten, die temporäre Leere seines Alltags mit Zusatzämtern wie dem Vice-Conseiller Culinaire des Comité der «Chaîne des Rôtisseurs» Basel-Stadt ausfüllen zu können. In selbigem organisiert der «St. Alban-Eck»-Gastgeber für die Bailliage von Karin Weinmann, der einzigen weiblichen Besetzung dieser Charge landesweit, acht Diners Culinaires. Am Frühlingsdiner im «Stucki» von Tanja Grandits und René Graf Grandits stellte der gewiefte «Dummpeterli»-Organisator nach dem Dessert sein Talent als Interviewer unter Beweis und entlockte der sonst eher wortkargen Gault-Millau-Aufsteigerin des Jahres 2010 und ihrem Mann zuhanden der von Vice-Echanson Salvatore Santo angeführten Gästeschar einige knackige Statements zur Lage der Spitzengastronomie im Halbkanton.

Rotis: Immobilienspezialist Heinrich Ternetz (mit Jacqueline), Banker Erwin Regenass (mit Heidy), Wandmaler Mario Chiaravalle, Levatex-Gründer Marcel Levaillant (mit Gyöngi), Alt-Fischernzunftmeister Carl Storz (mit Claudine), Feuerwerker Michele Parini, BL-Bailli Niggi Iten (mit Vreni), Ex-«Stucki»-Gastgeberin Susy Stucki, E.E.-Zunft-zu-Schnei- dern-Meister René Gass (mit Nicole), Confiseur Stephan Schiesser (mit Rosalba), Nationale-Suisse-Agent Peter Minder (mit Brigitte).

Basler Zeitung | 15.4.2010

Brandheisse Empfehlung

Drama. Nein, es ist kein Neuanfang, den Wirt Andreas Plüss im St. Alban-Eck seit dem 2. März gemacht hat. Aber es war ein erzwungener «Kaltstart», den er vollbringen musste: An jenem Tag im März musste die Feuerwehr ausrücken und einen Brand in der Küche des Basler Traditionslokals löschen – unter ziemlich dramatischen Umständen. Glücklicherweise nahm das historische Haus keinen irreparablen Schaden. Noch ist die Erinnerung an das Ereignis bei Plüss sehr präsent, denn die Aufräum- und Putzarbeiten im oberen Stock kosteten ihn Zeit und Nerven. Und was merkt der Gast von all dem? Rein gar nichts. Plüss hat das Lokal innert kürzester Zeit zur Normalität zurückgeführt. Die Normalität im «Dalbenegg» heisst: hervorragende Küche, gemütliches Ambiente, erstklassiger Service.

AUFTAKT. Wir durften uns an einem Samstagabend wieder einmal davon überzeugen. Als Gruss aus der (erneuerten) Küche lässt Andreas Plüss eine zart angebratene Gänseleber servieren. Nein, diese frische Exklusivität aus dem Elsass ist viel eher eine Umarmung aus der Küche und eine Vorbotin für das, was noch kommen wird. Da wäre einmal das Carpaccio der Jakobsmuscheln (Fr. 26.–) an süssem Balsamico, mit Kresse, Pinienkernen und Apfelstücken, das eigentlich schon alle Geschmacksnerven beansprucht. Oder – geschmacklich etwas gradliniger – die hausgemachten Ravioli, mit feinen Trüffeln überstreut (Fr. 26.–). Als Hauptgang haben wir uns, nach aller Qual der Wahl auf der kleinen, exquisiten Karte, für das äusserst zarte Filet de Veau (Fr. 53.–, alles Bio und aus der Region) und das berühmte Wienerschnitzel (Fr. 43.–) aus der Plüssschen Küche entschieden. Anstatt eines riesigen Schnitzels werden drei kleine serviert (das Paniermehl ist erstklassig!) – man kann mit Fug und Recht behaupten, es gibt weit herum keine besseren Schnitzel. Beim Dessert schliesslich ist das «Dalbenegg» vor allem für seine Crème brûlée und sein Schokoladensoufflé berühmt. Wir genossen Letzteres (Fr. 20.–) und arbeiteten uns genüsslich vom knusprigen Äussern ins leicht flüssige Innere. Perfekt!

PATRICK MARCOLLI

Gemütlich und exquisit.